Pilgerreise ins Heilige Land - 8. Tag

Nach dem Frühstück und der Abfahrt steuerte die Pilgergruppe aus Liebfrauen Bocholt als erstes die Taufstelle Jardenit am Südufer des Sees Genesareth an, um dort als Morgengebet eine Tauferinnerung zu feiern.  (Diese war ja am Samstag auf der Fahrt von Jerusalem nach Galiläa wegen der geschlossenen Taufstelle am Jordan im Süden leider entfallen.) Mit Wasser aus dem Jordan, das Pfarrer van Straelen gesegnet hatte, waren die Pilgerinnen und Pilger im Verlauf der Gebetszeit eingeladen, sich zu bekreuzigen und ihrer eigenen Taufe zu erinnern. Die Gruppe hatte Glück, hielt doch der Himmel für diesen Moment des Betens seine Schleusen geschlossen. Des Weiteren fand zeitgleich einen Platz weiter die Taufe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einer Pilgergruppe einer evangelikalen Kirche statt. Ein Ereignis, das von den Pilgern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Nach dem Tauferinnerungsgottesdienst ging die Fahrt weiter Richtung Nazareth, dem Heimatort Jesu. Auf dem Weg dorthin kam die Gruppe durch Kana, wo natürlich die Erzählung vom Weinwunder zu Kana gelesen wurde. In Nazareth angekommen machten sich die Pilger, ausgestattet mit Regenjacken und Schirmen, auf dem Weg zum Ort des alten Brunnen am Platz, zur orthodoxen Gabrielkirche und anschließend durch den Basar zur Verkündigungskirche. Nach Informationen zur Geschichte der Kirche und dem Evangelium von der Verkündigung, traf es sich gut, dass die Bocholter  kurz nach 12Uhr nicht nur die Kirche anschauen, sondern vor der Grotte auch den Engel des Herrn beten konnten. Auf der Weiterfahrt zum Berg Tabor war aufgrund der kühlen und nassen Witterung nicht nur Aufwärmen im wohlig gewärmten Bus angesagt, sondern auch Einnahme des Mittagsimbisses. Dazu hatte Busfahrer Arbed wieder Falafel in der Pitatasche und „Affenschnitzel“ (Bananen) besorgt. Am Fuße des Tabor angekommen hieß es umsteigen in Kleinbusse, die die kurvenreich ansteigende Straße hinauf zur Verklärungskirche auf dem Gipfel gut bewältigen können. In der sehr schönen Kirche konnte die Pilgergruppe in der Apsis unter dem Anblick einer Heerschar von Engeln die Hl. Messe feiern. Wieder einmal ein intensiver Moment des Glaubens und der Besinnung im Verlauf des Pilgerprogramms. Und: Das Beten hatte Früchte getragen: Nach der Messe hatte es aufgehört zu regnen, die Wolke, die den Berg vorher umhüllte, hatte sich verzogen, es zeigte sich die Sonne, zumindest zeitweise. So gab es für die Gruppe einen guten, klaren Blick über die Ebene. Wie den Berg hinauf, so ging es auch hinunter. Unten gab es aufgrund der ungewöhnlichen Kälte und Nässe einen Arak als heilsame Medizin. Auf der Rückfahrt informierte - wie so oft - Guide Uri zu den Bereichen Religionen und Kulturen im Hl. Land, Geschichte und Politik, Flora und Fauna. Der Weg führte an der Taufstelle Jardenit vorbei, wo der Tag mit seinem Programm begonnen hatte. Beim Abendessen konnten die Pilgerinnen und Pilger sich wieder einmal an den Köstlichkeiten der typischen Landesküche laben. Die vielen Erlebnisse des Tages spiegelten sich wider im angeregten Gespräch beim anschließenden Beisammensein.
Veröffentlicht: 02.04.2019