Sonntagsgruß

Als ich am Mittwoch zur Abendmesse nach Barlo fuhr leuchteten viele Bäume mit herbstlichen Farben: grün, rot und goldgelb. Beim Blick auf dieses herbst-liche Bild fiel mir auf: dieses Jahr hat der Herbst früh begonnen und dauert lange an, denn die ersten‚ herbstlich verfärbten Blätter hatte ich Anfang Juli gesehen, wo auf einem Feld einige Bir-ken aufgrund der Trockenheit schon ihre Blätter abwarfen.
„War es das – darf ich von meinem Leben nicht mehr viel erwarten?“ Man-cher Zeitgenosse blickt auf den „Herbst seines Lebens“ und ist vielleicht ängst-lich berührt, weil er wahrnimmt, dass sein Leistungsvermögen und manche Möglichkeiten kleiner werden. Und das beginnt nicht erst im Alter (Meine Best-zeit im 5000-Meter-Lauf im Alter von 18 Jahren werde ich jetzt als Achtund-vierziger trotz Trainings auch nicht mehr erreichen …).
Das Erntedankfest an diesem Sonntag lädt uns ein, den Blick auf die Dank-barkeit zu werfen für die vielen Dinge, die uns geschenkt sind, ohne sie sich zuvor in irgendeiner Weise verdient haben zu können: zuerst sogar auf das Leben selbst, welches das höchste Gut ist. Und dass wir dann wahrnehmen dürfen, neben dem (nackten) Leben ist uns häufig genug genügend anderes anvertraut, worüber wir uns freuen können und wofür wir dankbar sein wollen.
Manchmal (wie in diesem Jahr) ist der Herbst gefühlt vielleicht etwas länger – also trotz der „Trockenheit“ vielleicht auch ein Anlass dankbar sein zu kön-nen und sich von einem „goldenen Licht“ bescheinen zu lassen.
Einen gesegneten Sonntag und ein schönes Erntedankfest wünscht ihnen Pastor Ulrich Kroppmann
 
Veröffentlicht: 05.10.2018