Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Seit Mittwoch haben wir eine neue Bundesregierung. Wahl der Bundeskanzlerin, Ernennung durch unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, Vereidigung der Kanzlerin sowie der Ministerinnen und Minister im Bundestag vor dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble. Die Bilder der Kabinettsmitglieder bei ihrer Vereidigung waren eindrucksvoll auf der Titelseite unserer Lokalzeitung zu sehen. Amtseid mit oder ohne Gottesbezug „so wahr mir Gott helfe" war wieder einmal ein Aufmerksamkeitspunkt. Drei Minister sprachen ihren Eid ohne diesen Zusatz. „So wahr mir Gott helfe!" – Das ist immer eine persönliche Entscheidung der Einzelnen, die es zu respektieren gilt.
„So wahr mir Gott helfe!" – Vor Beginn eines Gottesdienstes beten Messdie-nerInnen, Priester und andere Dienste in der Sakristei „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat." (Psalm 124,89)
Auch das Stundengebet der Kirche beginnt stets mit der Bitte „O Gott, komm mir zu Hilfe. Herr, eile mir zu helfen." Ein Wort aus dem Psalm 70. Ich bete diesen Vers sehr gerne. Nicht nur am Morgen oder Abend, sondern auch zwischendurch im Tagesverlauf. Wenn z. B. ein Gespräch mit Trauernden ansteht oder die Worte der Predigt wohl überlegt sein wollen. Mir macht diese Bitte bewusst: Ich muss nicht alles allein aus eigener Kraft schaffen. Ich kann es auch nicht. Ich bin ein Mensch und Christ, der in seinem Leben und Tun auf Hilfe angewiesen ist: Auf Hilfe anderer Menschen und vor allem auf Gottes Hilfe. Für mich ist Gottes Hilfe seine Kraft, sein Geist. Seine Hilfe entlässt mich nicht aus meiner Verantwortung und meinem Tun, sondern möge mich vielmehr darin stärken. Ich wünsche unserer neuen Bundesregierung eine glückliche Hand, viel Tatkraft und Gottes Hilfe!
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und gesegneten Sonntag und ein frohes Zugehen auf das Osterfest,
Ihr Pastor Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 16.03.2018