Karnevalspredigt von Pfarrer Rafael van Straelen

In diesen Tagen sind sie alle wieder da:
Clowns, Funkenmariechen und Prinzenpaar.
Jecken und Narren sind auf Hochtouren dabei
bei Fasnacht, Karneval, närrischer Treiberei.
Feiern und Singen, Schunkeln und Lachen,
Gags und Büttenreden, die Freude machen.
Tusch, Hallermarsch und Klatschpolonaisen
bestimmen das karnevalistische Wesen.
Mein Teil an Karneval, so hab‘ ich gedacht
ist die Predigt, und die in Reim gemacht.
Es macht mir Freude, ja so richtig Spaß,
Silben und Worte setzen in Vers und Maß.
So hört Gottesfürchtige, Frau wie Mann,
Euch die Predigtworte aufmerksam an.
Zunächst setze ich diese rote Nase auf.
Pappnasen, die gibt‘s unserer Tage ja zuhauf.
Was ist in der Bundespolitik doch nur los,
das Chaos, das ist gerade ziemlich groß.
Man kann sich des Eindrucks kaum erwähren,
als würden dort nur Pappnasen verkehren.
Christian Lindner steigt aus Jamaika aus.
Frau Merkel ist ratlos im Kanzleramts Haus.
Martin Schulz sagt Hü, macht aber Hop,
für die SPD ist er nur noch ein großer Flop.
Herr Dobrindt haut verbal auf die Pauke schwer
und beleidigt den politischen Gegner gar sehr.
Von Anstand und Respekt zeugt das nimmer,
von politischer Größe seh‘ ich keinen Schimmer.
Zum Vorbild taugen diese Personen wohl kaum.
Doch um Vorbild gehts heut hier im Kirchenraum.
Da schreibt Paulus den Menschen in Korinth
was ihr Leben und Handeln zutiefst bestimmt.
Ganz gleich, ob arbeiten, ruh’n, trinken oder essen,
sie sollen schlicht Gott dabei nicht vergessen.
Alles, was sie tun im Reden und in Werken,
soll Gottes Ehr‘ und Herrlichkeit verstärken.
Paulus meint, allen in allem entgegenzukommen,
auch jenen, die suchen, nicht nur den Frommen.
Es geht ihm nicht um seinen Nutzen und Vorteil,
vielmehr will er allein für alle Menschen das Heil.
Ihn sollen die Korinther sich zum Vorbild nehmen
in ihrem christlichen Verhalten und Benehmen.
Da ist der gute Apostel von sich sehr überzeugt,
dass er, Paulus, sich selbst als Vorbild erzeugt.
Vorbilder? Brauchen wir Menschen die noch heut?
So frage ich Euch, Ihr lieben Christen-Leut.
Vorbilder, sind die nicht aus der Mode gekommen?
Was ist ein Vorbild? So frag ich mich versonnen.
Vorbild -so bei Wikipedia zu lesen – ist eine Person,
die als richtungweisend gilt, zur Nachahmung schon.
Ihr Verhalten und Handeln ist leitend sodann,
für die meist junge Frau oder den jungen Mann.
Menschen, an die ich mich orientieren kann,
sind Vorbilder, ob jung, alt, Frau oder Mann.
Personen, von denen ich abgucke oder lerne,
Sichtweisen und Verhalten übernehme gerne.
Es sind Menschen, die einen echt imponieren
und im Wesen und Verhalten stark inspirieren.
Menschen, denen man es gleich möchte tun.
Soweit Wikipedia. Dabei lass ich es beruhn.
Für die einen ist Vorbild Gandhi, Willi Brandt,
anderen sind die Geschwister Scholl bekannt.
Martin Luther King oder Nelson Mandela,
die Queen, Angelina Jolie, Mutter Theresa.
Mutter, Vater, Oma, Opa, eine Pop-Sängerin,
der Lehrer, Trainer, die You-Tube Bloggerin
sind für die meisten der gefragten jungen Leut
ihre verehrten, geschätzten Vorbilder von Heut.
Und für Christen soll es der Apostel Paulus sein.
Das leuchtet mir auf den ersten Blick nicht ein.
Hier ist wichtig, zu sehen, was Paulus macht,
auf wen er sich bezieht - mit Bedacht.
Er, Paulus, hat für sich den Herrn bestimmt,
den er für sich zu seinem Vorbild nimmt.
Von diesem Jesus Christ ist er völlig fasziniert,
ja der Mann aus Nazareth in richtig inspiriert.
IHN nimmt Paulus als Vorbild für sein Leben,
wie ER will Paulus nach Gottgefälligkeit streben.
So lohnt es, Schwestern und Brüder im Herrn,
in Blick zu nehmen das Handeln Jesu im Kern.
Die Freude der Menschen am Leben mehren,
dazu war der Gottessohn bei uns auf Erden.
Ihre Würde von Gott, dem Vater, her zu schützen,
dazu wollt er sein Handeln und Leben nützen.
So nimmt sich Jesus, vieler Kranken an;
und heilt vom Aussatz auch den Mann,
der aufrichtig ihn darum bittet und fleht,
wie es heute im Evangelium steht.
Für den Christenmensch ist Vorbild der Herr.
Daran gibt es kein Deuteln und kein Gezerr.
Jesu Wort und Tat ist Maßstab und Richtschnur.
Dies Vorbild, dies zählt für Paulus, alleine nur.
Und der Apostel ist Vorbild unter dem Aspekt,
dass dieser Jesus in ihm neues Denken weckt.
Vom Herrn gerufen krempelt Paulus ja um,
sein Leben und Glauben, sein ganzes Drumherum.
Paulus ließ sich ganz auf den Gottessohn ein,
machte Ihn zu Fundament und Mitte seines Sein.
In dieser Hinsicht lädt der Apostel uns ein,
dass er uns darin will ein Vorbild sein.
Paulus - ein Vorbild in „dem Herrn anhangen“.
Danach soll streben des Christen Verlangen.
So stellt sich die Frage an mich als Christ:
Ob dieser Jesus auch für mich Vorbild ist?
Und schließlich stelle ich mir die Frage,
wer mich prägte in meiner Lebens Tage.
Wer ist es, an den oder die ich mich halte,
wie ich mein Leben so täglich gestalte.
Wer hat mich in meinem Christsein geprägt?
Wer hat den Samen des Glaubens in mich gesät?
Bei mir waren Eltern, Lehrer und Freunde dran,
für die ich Gott nur wirklich danken kann.
Doch gilt es nicht nur auf jene zu schauen,
die mir Vorbild sind im Gottvertrauen.
Es kommt mir auch die Frage in Sinn:
Wem ich ein Vorbild sein kann oder bin?
Vorbilder haben und selbst Vorbild sein,
dies zu bedenken lädt Paulus heut ein.
Hier ist Paulus als guter Rat zu verstehn,
nicht als Witzfigur oder Pappnas zu sehn.
Ohne Frage gilt auch für mich Vorbild zu sein,
doch kann ich dies nicht aus mir ganz allein,
ich bemühe mich überzeugend zu leben was gilt,
was mich im Leben und Glauben als Christ erfüllt.
Und dazu ist mir wichtig und ein großes Geschenk,
mit Euch es gemeinsam zu tun, wenn ich bedenk,
zu beten, zu singen, zu feiern, den Glauben zu leben,
einander zu stärken und auch zu vergeben.
Ich, mit euch Christenmensch und euer Pastor,
danke Euch, ihr Lieben, für Euer Ohr.
Es gilt für die Karnevalstage und die Narretei:
Seid mit Humor und Freude dabei!
Denn: Die Freude der Menschen am Leben mehren,
dazu war der Gottessohn ja bei uns auf Erden.
Unsere Würde von Gott her zu schützen,
dazu tat er sein Handeln und Leben benützen.
Es ist Zeit, mein Reden nun zu schließen,
auf dass die Worte ins Herz euch fließen.
Lasst uns nun weiter feiern in diesem Haus,
auf dass wir froh gestärkt dann gehn hinaus.
Die rote Nase, die setzte ich ab und leg sie hin,
und hoffe, dass ich für euch keine Pappnas bin.
Ich sprach zu Euch in Gottes Namen
und schließe mit Helau! – und: Amen!
Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 10.02.2018