Sonntagsgruß

„Unterwegs in eine neue Welt“, heißt es in einem Lied des Gotteslobes.
Auch auf dem Katholikentag in Leipzig kam es in einem Gottesdienst vor. Es geht mir seither nicht aus dem Kopf, weil dieser Katholikentag für mich auch ein Stück Aufbruch in eine neue Welt war. Weg von der Eigenbetrachtung der Kirche hin zu klaren kirchenpolitischen und gesellschaftspolitischen Aussagen, nicht nur der Bischöfe, sondern auch von Dr. Sternberg und anderen Mitgliedern des ZdK (Zentralkomitee der Katholiken). Nach Leipzig zu gehen, in eine Stadt mit nur 4% Christen hat bewirkt, dass die Welt deutlich mehr in den Blick kommt. Das tut uns Christen gut. Viele Podien und Veranstaltungen waren geprägt von einem Geist des Aufbruchs, von einer neuen Wahrnehmung der Realitäten, von pastoraler Experimentierfreudigkeit, von deutlicher Stellungnahme was mit christlichem Leben, mit der Nachfolge Jesu vereinbar und eben nicht vereinbar ist. „Seht, das ist der Mensch“, das Motto des 100. Katholikentages war Programm und wirkt hoffentlich darüber hinaus. Für mich bleiben evangelische Kirchen- und Katholikentag, einzigartige Veranstaltungen, bei denen es gelingt, das gesellschaftliche, politische und religionsphilosphische Eliten mit dem ganz normalen Bürgern ins Gespräch kommen und ringen um den zukünftigen Weg unserer Gesellschaft. Das wurde in Leipzig nochmal neu spürbar. Dafür bin ich dankbar und wünsche sehr, dass der Aufbruch in lokaler Kirchenentwicklung in den Pfarreien, wie das christliche Engagement in Politik und Gesellschaft vom Geist des Aufbruchs geprägt bleiben und das es 2018 in Münster so weiter geht.
Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünscht,
Ute Gertz, Pastoralreferentin
 
Veröffentlicht: 03.06.2016