Krippendarstellungen in Liebfrauen: Wo ist eigentlich der Krippenstall?

Himmelsleitern in Liebfrauen, St. Helena und Hl. KreuzDieses Jahr gab es während der Adventszeit keinen Adventskranz in unserer Kirche, stattdessen wurden die vier Kerzen des Advents auf einer alten Holzleiter aufgestellt. – Eine Leiter als Bild für die Advents- und Weihnachtszeit. Die Adventskerzen wurden von oben nach unten entzündet und haben den Weg Gottes von „oben“ zu uns auf die Erde nachgezeichnet. Gott, der vom Himmel auf die Erde herabkommt und Mensch wird, um Himmel und Erde, Mensch und Gott zu verbinden.

Im Advent haben wir uns auf das Kommen Gottes in die Welt vorbereitet. Nun finden wir am Fuße der Leiter Maria und Josef und die Krippe mit dem Jesuskind. An Weihnachten ist er bei uns angekommen. Das ewige Wort des Vaters oder das Licht der Welt, wie wir Jesus Christus auch nennen, ist von oben herabgekommen. – Dafür steht in diesem Jahr symbolisch die Leiter anstatt eines sonst üblichen Stalles.


Krippe in der St. Helena-KircheKrippe in der St. Helena-Kirche
Die Weisen aus dem Morgenland haben sich schon auf den Weg gemacht. Am 6. Januar werden sie beim Kind in der Krippe sein. Wer vor der Krippe steht reiht sich ein die Gruppe der Hirten und Schafe, die alle Richtung Himmelsleiter streben, dorthin, wo das Kind in der Krippe zu finden ist. Ochse und Esel haben ihren Platz dort schon eingenommen. Wie der Prophet Jesaja sagt: „"Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe des Herrn" (Jesaja 1,3).





Krippe in Hl.-Kreuz-KircheKrippe in Hl.-Kreuz-Kirche
Majestätisch steht der Engel auf der Himmelsleiter, der den Hirten die Geburt des Retters verkündet und den Gesang anstimmt „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ – Bei dieser Krippengestaltung brennt das Licht der unteren Kerze genau über dem Jesuskind in der Krippe, zwischen Maria und Josef. Christus, das Licht der Welt, ist unter uns erschienen.







Krippe in der Herz-Jesu-KircheKrippe in der Herz-Jesu-Kirche
Auch in der Herz-Jesu-Kirche ist das Kind in der Krippe am Fuße der Leiter zu sehen. Diese Krippengestaltung hat einen aktuellen Bezug und greift das Thema Flüchtlinge auf. Unter einem Christbaum ist ein Schlauchboot zu sehen. Es steht für die vielen Boote, mit denen die Flüchtlinge den Weg über das Mittelmeer nach Europa suchen. Auf einer Tafel ist eine Sammlung der Zeitungsartikel der letzten Wochen zu sehen, in denen über die Flüchtlinge berichtet wird. An verschiedenen Stellen befinden sich weiße Papierwürfel. Auf ihnen stehen zentrale Fragen: Wer nimmt mich auf? - Wer gibt mir eine Chance? - Wo kann ich bleiben? Das sind Fragen der Flüchtlinge. Das sind aber auch Fragen des menschgewordenen Gottes, der sich danach sehnt, im Leben der Menschen einen Platz bzw. eine Bedeutung zu haben. - Schon kurz nach seiner Geburt, so berichtet das Matthäusevangelium, wird Jesus mit Maria und Josef selbst zu einer Flüchtlingsfamilie, da König Herodes ihn töten lassen will. Sie müssen nach Ägypten fliehen. (Mt 2, 13-18)



Krippe Pfarrkirche Liebfrauen BocholtKrippe in der Liebfrauenkirche
Alex Furtmann, Mitglied in der Pfarrgemeinde, hat die Krippenfiguren aus Holzscheiten mit Tonköpfen 2010 gestaltet. Die Krippendarstellung besteht aus mehreren Bildern. Eine Szene zeigt Kaiser Augustus mit dem Befehl zur Volkszählung. Eine andere Szene Maria und Josef auf dem Weg nach Betlehem. Vor dem Ambo ist der Engel Gabriel bei Maria zur Verkündigung zu sehen, vor dem Altar befindet sich die Szene der Herbergssuche. An der Himmelsleiter ist die Geburtsszene zu sehen, das Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef; daneben sind Schafe, Hirten und der Engel zu finden, der die Geburt des Retters verkündet. – Im Verlauf der Weihnachtszeit werden weitere Szenen aufgebaut.






An dieser Stelle gilt ein ganz herzlicher Dank allen, die am Aufbau der Krippen in den Kirchen unserer Pfarrgemeinde mitgewirkt haben. Für die Ideen, die Zeit und die Mühen des Aufbaus: Herzlichen Dank!

Allen Besuchern unserer Kirchen wünschen wir eine gute Zeit der Betrachtung und des Verweilens an der Krippe. Es lohnt sich!

 
Veröffentlicht: 29.12.2015