Chorreise ins Ammerland

Eine viertägige Chorfahrt führte 55 Mitglieder und Angehörige des Kirchenchores Liebfrauen in diesem Jahr nach Bad Zwischenahn, an die Küste Norddeutschlands und in die Niederlande. Komfortable Unterkunft bei kulinarisch exklusivem Ambiente fand der Chor im Hotel am Badepark in Bad Zwischenahn.

Höhepunkte eines umfangreichen Ausflugsprogramms waren die Besichtigung der ehemaligen Residenzstadt Oldenburg, die Erkundung des Zwischenahner Freilichtmuseums, eine sonnig-windige Schiffahrt auf dem Zwischenahner Meer (der legendär vom Teufel geschaffenen "Perle des Ammerlandes") sowie eine Ammerlandrundfahrt, im Zuge derer auch das letzte nur dem ungeübten Auge unbedeutend erscheinende heimatkundliche Kleinod dem touristisch Ambitionierten wort- wie bildreich nahegebracht wurde.

Ein leidenschaftlich engagierter Gästeführer vermittelte mit unüberhörbar stolzgeschwellter Brust alles Wissenswerte über seine Heimatstadt Wilhelmshaven am Jadebusen samt ihrem eindrucksvollen Marinehafen, wo man die respekteinflößenden militärischen Prunkstücke der Deutschen Marine an deren größtem Standort aus nächster Nähe bewundern konnte. Einzig das Sitzfleisch der diszipliniert lauschend ausharrenden Reisegruppe wurde bei dieser Führung doch ein wenig mehr als üblich strapaziert.

Die festliche musikalische Mitgestaltung einer Meßfeier in der recht sehenswert ausgestatteten, jedoch leider mit trockenster Akustik gesegneten St.-Marien-Kirche in Bad Zwischenahn - ungewöhnlich im Obergeschoß eines Gemeindezentrums angesiedelt - gehörte natürlich ebenso zur Agenda wie allabendliche fröhliche Geselligkeit mit netten Plaudereien und reichlichem Gesang in ausgelassener Stimmung.

Einen Einblick in die Trinksitten der Eingeborenen - der gemeine Ammerländer muß über Jahrhunderte bettelarm und genügsam, dabei aber durchaus trinkfest gewesen sein - vermittelte das Ritual des "Ammerländer Löffeltrunks". Bei einzelnen Chormitgliedern (der Verfasser nimmt sich davon ehrlicherweise nicht aus) trat hier eine überraschende Affinität zu den Überlebensstrategien dieser robusten, fleißigen Moorbewohner zutage.

Auf ihrer Rückreise statteten die Sängerinnen und Sänger schließlich noch der niederländischen Festungsanlage Bourtange kurz hinter der deutschen Grenze einen Besuch ab und konnten sich dort durch das Flair der Gebäude und Straßen sowie wehrhafte Vorführungen in historischen Kostümen und fremdländischer Mundart in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückversetzt fühlen.

Weil nicht zuletzt auch noch das Wetter, abgesehen von kurzen feuchten Kapriolen, insgesamt doch hervorragend mitspielte, konnte man vielfältige bunte Eindrücke von dieser erlebnisreichen, vom Ehepaar Paus bestens organisierten und mit viel Liebe zum Detail vorbereiteten Chorreise mit zurück ins heimische Bocholt nehmen.

Darüberhinaus dürfte jeder Reiseteilnehmer dank üppigster Verpflegung auch noch um mindestens zwei Kilogramm Hüftgold reicher geworden sein. Ob man dem Chorklang den erweiterten Resonanzkörper demnächst anhören kann, mag jeder selbst beurteilen ...

Fotos: Franz Altrogge, Ewald Möllmann, Alfred Tembrink

-wa-
Veröffentlicht: 27.09.2012