Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde! Wahltag, Wahlabend. Super-Wahljahr. An diesem Sonntag sind alle Bürgerinnen und Bürger in NRW aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Welch eine Errungenschaft: Wir dürfen unsere politische Vertretung, ob in der Kommune, im Land oder Bund wählen; und dies in einer allgemeinen, unmittelbaren, direkten, freien und geheimen Wahl. Das Wahlrecht ist ein hohes Gut, ein großer Wert. whlen zu dürfen ist nicht selbstverständlich: Generationen vor uns, Väter und Mütter, haben für dieses Wahlrecht gekämpft! Manchmal frage ich mich, ob dies manchen Menschen heute überhaupt noch bewusst ist. Dieses Wahlrecht darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Gleiches gilt für Europa: Für viele, gerade junge Menschen ist die Freizügigkeit in Europa selbstverständlich: Ohne Grenzkontrollen von einem Land in ein anderes zu reisen. In vielen europäischen Ländern in €uro zahlen zu  können. Viele der jüngeren Generation können die Europamüdigkeit der älteren Generation nicht teilen oder verstehen. Auch die Gemeinschaft der europäischen Länder darf nicht leichtfertig aufgegeben werden. Wie diese Gemeinschaft politisch gestaltet wird ist Auftrag der Regierungen. Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses  Grundgesetz gegeben.“ So heißt es in der Präambel unseres Grundgesetzes. Manchmal frage ich mich, ob dieses den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land bewusst ist: In Verantwortung vor Gott und den Menschen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen. Ähnlich heißt es auch in der Präambel der Verfassung des Landes NRW: „In Verantwortung vor Gott und den Menschen, verbunden mit allen Deutschen, erfüllt von dem Willen, die Not der Gegenwart in gemeinschaftlicher Arbeit zu überwinden, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand für alle zu schaffen, haben sich die Männer und Frauen des Landes Nordrhein-Westfalen diese Verfassung gegeben.“
Wahltag. Ich bin aufgerufen zur Wahl. Ich darf meine Stimme abgeben. Ich darf an der politischen Willensbildung und Volksvertretung mitwirken. Für mich persönlich gibt es nicht nur
das Wahlrecht. Für mich ist es eine Pflicht zur Wahl zu gehen. So werde ich mich diesen Sonntagmorgen auf den Weg in mein Wahllokal machen und meine Stimme abgeben. Ich
hoffe, Sie tun dies auch.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und spannenden, vor allem aber von Gottes Segen erfüllten Sonntag, Ihr Pastor Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 12.05.2017