Sonntagsgruß

„Jesus Christus – der Putzlappen" Ein provokantes Wort!
In meiner Kindheit und Jugend wurde in einem Elternhaus jedes Jahr ein Frühjahrsputz durchgeführt. Des Weiteren auch gerne zu besonderen Feiern wie meine Erstkommunion oder die Silberhochzeit meiner Eltern. Alles wurde gereinigt, gesäuert, entstaubt und auf Hochglanz gebracht. Ich erinnere mich daran, wie frisch so mancher Raum roch und glänzend erstrahlte.
In der vergangenen Woche wurde die Decke mit den Gesimsen in der Liebfrauenkirche gereinigt. Im Laufe der letzten Jahre hatten sich so manche Spinnweben in den Ecken angesammelt und Staub auf die Lichtleisten gelegt. Nun zum Osterfest erglänzt sie in strahlender Sauberkeit.
Am Aschermittwoch hatte ich mit Blick auf diese anstehende Reinigungsaktion im Abendgottesdienst Putzlappen verteilt. Auf den Tüchern stand „Kehr um!" Als Einladung und Aufforderung, die Fastenzeit als Gelegenheit zu nutzen zum Aufräumen und Großreinemachen im Leben, zum Putzen in der eigenen Glaubenshaltung. Auch da mag ja bei mir im Laufe der Zeit so einiges verschmutzt worden und angestaubt sein; oder der Glanz der Taufe hat Patina angesetzt. An Ostern sollte mein Christsein, mein Glaube doch wieder lebendig erstrahlen. Dazu erneuern Christen an Ostern ihr Taufbekenntnis.
„Jesus Christus – der Putzlappen!" Ein provokantes Wort. Aber die Bezeichnung stimmt: Jesus Christus hat uns durch sein Leiden, seinen Tod rein gemacht von Schuld und Sünde. Er hat uns durch seine Auferstehung vom Tod befreit.
Mit dem Palmsonntag beginnen wir als Christen wieder die Karwoche; wir treten ein in die Feier von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Wir erinnern uns seiner Leidensgeschichte; was er für uns getan hat. Ostern soll das Gott geschenkte neue Leben in jeder Christin, jeden Christen erstrahlen.
Vielleicht gilt es noch die ein oder andere Putzaktion im geistlichen Sinn zu tun. Ich lade Sie herzlich ein, die Kar- und Ostertage mitzufeiern.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und gesegneten Palmsonntag und einen guten Weg durch die Karwoche!
Ihr
Rafael van Straelen, Pfarrer
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Veröffentlicht: 07.04.2017