Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
„Vom Saulus zum Paulus" – diese Redewendung ist entstanden in Anlehnung an ein Ereignis,
an das die katholische Kirche am 25. Januar erinnert: An die Bekehrung des Apostels Paulus.
In der Apostelgeschichte nennt Lukas diesen blitzgescheiten Zeltmacher aus Tarsus und hochangesehenen Pharisäer Saulus. Ob Paulus vorher Saulus hieß, seinen Namen wegen der Bekehrung änderte oder nicht, sei dahin gestellt. Das ist nicht entscheidend.
Entscheidend ist, dass Saulus/Paulus eine Bekehrung erlebt hat. Eine innere Erkenntnis hat ihn förmlich zu Boden geworfen, ja umgehauen oder ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. Jedenfalls stürzte er zu Boden; etwas hatte ihn erschüttert bis in Mark und Bein. Solche Erfahrungen machen auch Menschen heute: Etwas erschüttert sie zutiefst, ein Schlüsselerlebnis haben, das bisherige Überzeugungen ändert.
Zwei Fragen treiben Paulus in seinem Bekehrungserlebnis um:
„Wer bist du, Herr?" und „Herr, was soll ich tun?"
– Zwei Fragen, die ich mir als Christ auch immer wieder neu stelle: „Wer bist du, Christus?" und „Jesus, was soll ich tun?"
Durch seine Bekehrung wurde Paulus von einem rasenden Christenverfolger zu einem glühenden Christusverkünder. Er ist Zeit seines Lebens Jude geblieben. Und zugleich hat er in seiner Verkündigung dafür gesorgt, dass Nichtjuden Christen werden konnten. Paulus war Jude. Dies lässt mich denken an den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, der am 27. Januar ist. Der Aspekt, dass Paulus Christen verfolgt hat, lässt mich denken an die vielen Millionen Christen, die heute verfolgt werden, nur weil sie an Christus glauben. – Wie dankbar darf ich sein, in Freiheit mein Christsein zu leben. Der Christenverfolger Paulus hat sich bekehren lassen, seine bisherige Überzeugung, gegen Christen zu sein, hat er abgelegt.
Auch heute werden Menschen verfolgt, wird in unserem Land Stimmung gegen Menschen anderer Religion, Kultur und Sprache gemacht, Hass und Feindschaft gestiftet. Wie sehr bete ich darum, dass jene, die dies tun, sich bekehren lassen, ihre Menschen verachtende Überzeugung ablegen.
Woran denken Sie in ihrem Gebet an diesem Sonntag?
Einen erholsamen und gesegneten Sonntag wünscht
Rafael van Straelen, Pfarrer
Veröffentlicht: 23.01.2015


 


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