Karnevalspredigt 2026
Ihr Schwestern, Brüder, lieb Christenleut,wie habe ich mich doch darauf gefreut,
in Maß und Vers zu Euch zu sprechen heut
über das Gotteswort und was es bedeut.
Im letzten Jahr gesucht, gefunden und ihr Kauf,
setze ich sie nun gerne mal wieder auf,
diese Narrenkappe, schön bunt und schrill,
weil ich in Reimen zu Euch predigen will.
Allenthalben sind sie seit Tagen zu entdecken,
die Zeichen des Regierens der Karnevals Jecken.
Sie treiben es bunt, heiter und verrückt,
so dass es die Karnevalisten ganz beglückt.
Dieses Mal hab ich auch ne Tröte mit dabei
als Zeichen der karnevalistischen Narretei.
Wenn sie erklingt, dann gib es schrille Töne,
gar nicht harmonisch oder wunderschöne.
Schrille Töne gibt es auch im politischen Agieren,
sie erklingen in den Debatten und im Regieren.
Der Ton ist rauer geworden von Tag zu Tag
in den Parlamenten wie auch im Bundestag.
Die Bundestagspräsidentin, der Klöckner Julia,
die macht da ihre Aufgabe – ich meine – wunderbar.
Sie ruft zur Ordnung, ermahnt, schmeißt auch raus
jene, die sich nicht benehmen im Hohen Haus.
Anscheinend ist die ganze Weltpolitik verrückt,
Comedy und Satire sind darüber nicht entzückt.
Denn eigentlich ist es ihr Anliegen, ihre Sache,
dass man über ihr Tun sich doch lustig mache.
Herr Trump, die gold-orange Haarprachttolle,
spielt eine ganz eigne gefährlich verrückte Rolle.
Heute sagt er dies und morgen das Gegenteil,
er meint Zölle seien der MAGA größtes Heil.
Jüngst hat der Golfer durch andere festgestellt,
Treibhausgase verändern nicht das Klima der Welt.
Der Wissenschaft Erkenntnis wird geleugnet, abgetan,
gesunder Menschenverstand kommt da nicht ran.
Für Trump ist die eigne Weisheit der Wahrheit Schluss,
zu dem nach ihm jeder Mensch wohl kommen muss.
Der Paulus wusste aus dem Glauben zu schreiben,
dass solch überhebliche Menschen nicht bleiben.
Es sei um die Weisheit der Machthaber dieser Welt,
angesichts der Weisheit Christi schlecht bestellt.
Jene werden durch Christi Wort und Geist entmachtet,
so dass die Welt ihrer in Zukunft nicht mehr achtet.
Nun habe ich an dieser Stelle schon vor fünf Jahren
mich erfreut geäußert über das Ende des Gebaren
von Herrn Trump in der US-Präsidentenrolle, oh je,
wie sehr ich mich doch täuschte, wie ich nun seh.
Schrille, ja scharfe Töne erklangen auch fürwahr,
im Evangelium, das des Herren Botschaft war.
Ihr Christleut am Bildschirm und auf den Plätzen,
ihr hörtet Jesu Wort in der Bergpredigt Sätzen.
Die Bergpredigt ist eines der gewaltigen Worte,
die Jesus nicht äußert in piano, vielmehr in forte.
Jesu Rede ist weder heiter oder gar erhebend,
auch nicht bestärkend und belebend.
Nach Seligpreisung, Salz der Erde, Licht der Welt
Jesus nun den Seinen weitere Themen erhellt.
Er spricht fordernd, im Sinn von nachgebohrt,
übers Miteinander, des Menschen Lebenshort.
Es ist die Rede von Geboten und Gesetzen,
was mit denen passiert, die sie verletzen.
Gebote und Gesetze haben wir ja ohn Maß.
Die ganze Bürokratie macht keinem Spaß.
Statt Vorschriften und Regelwerk abbauen,
schafft die Politik es immer neue zu bauen.
Länger und schwerer werden der Gesetze Namen,
dies Vorgehen gilt für alle Regierungen, die kamen.
Doch zurück zu Jesu Botschaft und Gottes Wort,
denn darum geht es doch hier, an diesem Ort.
Herr Jesus hat die Dinge direkt angesprochen,
egal ob gemordet oder die Ehe gebrochen.
Da haut er ziemlich ungeniert und deftig,
auf die Pauke – und zwar ganz schön heftig.
Nicht dass er das Gottesgebot wiederhole,
nein: Er verschärft ganz klar die Parole.
Was hat dieser Mann sich eigentlich gedacht,
als der die Rede energisch sprach mit Macht?
Wer kann vor Gott wirklich noch bestehn,
geschweige denn ihm in die Augen sehn?
Wer hat nicht schon mal andere abgestempelt,
den Mitmenschen mit Argwohn angerempelt?
Frau oder Mann mit reizvollen Blicken eingefangen,
ohne gleich einen Ehebruch zu haben begangen?
So kann er, Jesus, das nicht haben gemeint,
er ist doch ein Lebens Freund, nicht Feind.
Jesus, der ahnte wohl: Im Kleinen fängt es an:
Die Missachtung, bis ein grober Verstoß getan.
Der Gottessohn ist kein übler Sprücheklopfer,
der aus ist auf Gesetzesbrecher und Opfer.
Jesus geht es auch nicht um die Gebote allein,
unsere Gerechtigkeit, die soll weit größer sein.
Das ist das Ziel der ganzen gewaltigen Rede,
dass der Christ nicht dem Schein allein nach lebe,
sondern achte auf seine Worte, Gesten und Taten,
entscheidend und echt, nicht halbherzig auf Raten.
Der Mann aus Nazareth liest uns die Leviten,
denn so einfach ist der Himmel nicht zu mieten
nach dem Motto: Wir kommen da alle hinein,
weil wir ja so brave Christenmenschen sein.
Wer den Himmel schon im Diesseits gründet,
dessen Tun und Lassen dann in Liebe mündet.
Gebote nur erfüllen, befolgen – ist nicht viel.
Mit Herz und Gottestreu: Das ist Christen-Stil.
Zu guter Letzt gibt der Gottessohn als Tipp,
uns Christen noch einen Hinweis mit:
Gebt acht, dass euer JA ein JA auch bleibt,
und euer Nein als Nein erscheint.
Gut gesagt, denn auch das erleben wir ja sehr,
dass manche Menschen sich tun damit schwer.
"Ja", "Nein" oder gar doch ein "Jein", "Vielleicht",
sich zu entscheiden, fällt vielen nicht leicht.
Gott selbst hat "JA" zu uns gesagt in Jesu Christ,
ein JA, das ein für alle Mal gesagt, gegeben ist.
Christus ist nicht als Ja und Nein gekommen,
er ist Gottes JA für die Sünder wie die Frommen.
Jesus ist Gottes JA echt und in Wirklichkeit;
damals wie heute und wie in alle Ewigkeit.
Darüber darf Christin wie Christ sich freuen,
und muss das Christsein gar nicht scheuen.
Mit Gottes JA, da lässt sich gut leben,
da kann der Mensch das Haupt erheben.
So bin ich dankbar für alle Christenleut,
die leben ihr Christsein gerne heut.
Ich bin dankbar den vielen Männern wie Frauen,
den Kindern, der Jugend, die mit Kirche bauen.
Allen, die hier vor Ort in Liebfrauen zeigen an,
wie Gemeinde hoffnungsfroh gelebt werden kann.
Bei Sportübertragungen wie Fußballspielen,
helfen Leute im Keller mit Video abspielen,
wenn eine Entscheidung ist klar zu treffen,
wen das Foul oder Fehlverhalten betreffen.
Auch wir hier haben Leute im Keller dabei,
für die Übertragung dieser Glaubensfeierei,
damit ihr im Livestream seid mit dabei,
zuhause oder wo auch immer, einerlei.
Den Herren im Keller für ihr Tun großer Dank
von mir hier und euch in der Kirchenbank.
Zu Euch und allen, die mit uns Messe feiern,
möge Gott sein JA in dieser Feier erneuern.
Ihr Schwestern, Brüder, lieb Christenleut,
leben wir den Glauben morgen und heut‘
in Liebe und mit Frohsinn und Verstand,
denn wir sind Tag für Tag in Gottes Hand.
Zum Schluss nun doch erbauliche Worte,
auf dass jede und jeder sie im Herzen verorte.
Ich wünsche Segen jedem Mann, jeder Frau
und ende wie gewohnt mit Amen und Helau!
Pfarrer Rafael van Straelen

