Primizfeier des Neupriesters Niklas Belting - anschliessend Empfang

Primizfeier des Neupriesters Niklas Belting - anschliessend Empfang

Veranstaltungsinformationen

  • Samstag | 26.Mai 2018
  • 17:00 - 19:00 Uhr
  • Heilig-Kreuz-Kirche
      Am Kreuzberg 2, 46397 Bocholt
„Priester wird man nicht nur durch die Weihe, man ist es innerlich schon vorher. Die Menschen merken es, und man selbst auch“, glaubt Niklas Belting. Er selbst fühlt genau das seit seiner Jugend und steht jetzt vor eben jener Weihe: Am Pfingstsonntag, 20. Mai, wird der gebürtige Bocholter – ebenso wie Heinrich Thoben aus Scharrel im niedersächsischen Teil des Bistums Münster und ein Kandidat aus dem Bistum Essen – im St.-Paulus-Dom Münster von Bischof Dr. Felix Genn zum Priester geweiht werden.

In Vorbereitung darauf ist Belting seit rund einem Jahr Diakon, auch dazu weihte ihn Bischof Genn. Als solcher arbeitet er in der Pfarrei St. Antonius Herten, in der er zuvor bereits sein Gemeindejahr absolviert hatte. „Diakon zu sein kann ich nur empfehlen“, sagt er augenzwinkernd, „ich bin das sehr gern.“ Wohl nicht zuletzt, weil Diakone sich in der katholischen Kirche besonders den Armen zuwenden. So ist Belting bei der Hertener Tafel tätig. „Nach der Diakonenweihe hatte ich das Gefühl: Jetzt passe ich hier noch besser hin“, erinnert er sich.

Überhaupt fühlt er sich wohl im Ruhrgebiet. „Das ist eine spannende Region mit Menschen, die anpacken und die sagen, was sie denken“, findet der 28-Jährgige. Zwar seien in Herten viele Menschen „entkirchlicht“, aber ihre Offenheit ermutige ihn in seiner Arbeit.

Zumal Kirchenferne Niklas Belting nicht fremd ist: Zwar stammt er aus einer katholischen Familie und hat die Sakramente empfangen. Darüber hinaus aber habe er als Kind mit der Kirche nichts zu tun gehabt. Erst seine Großmutter habe ihn zum regelmäßigen Gottesdienstbesuch motiviert. „Und das in einem ungewöhnlichen Alter, in der Pubertät“, erinnert er sich lächelnd, „in dieser Zeit ist es mir wichtig geworden, Gemeinde zu erleben, dazu zu gehören.“

Er engagierte sich damals in einem Altenheim und der Hausaufgabenhilfe. „Heute bin ich dankbar, so einen anderen Blick bekommen zu haben“, sagt er, „ich habe gemerkt, dass nicht nur der Gottesdienst wichtig ist, sondern der Kontakt mit Menschen. Ich mag einfach Menschen.“

Wann genau der Gedanke entstand, Priester zu werden, kann Belting nicht sagen: „Es war einfach so, und viele in meinem Umfeld hat das nicht überrascht.“ Noch vor dem Abitur besuchte er eine Infoveranstaltung im Münsteraner Priesterseminar Borromaeum und bewarb sich. Nach dem Abi begann er sein Theologiestudium. Seine Eltern hätten zwar zunächst mit seiner Entscheidung gekämpft. Bis heute aber wisse er sich von seinem Umfeld „gut getragen“.

Unverständnis für seinen Lebensweg begegnet dem angehenden Priester natürlich auch. Gerade mit Blick auf den Zölibat werde er oft angefragt. „Es erfordert eben Anstrengung, aber das tut eine Beziehung auch“, meint Belting dazu, „ich glaube, dass ich das gut hinbekommen werde.“

Auch mit Kritik an der Kirche kann er umgehen. „Bei allem, was nicht gut war und ist in der Kirche: Wir haben etwas Einmaliges, Großes zu verkünden“, findet er, „mich hat das Evangelium und hat der Herr einfach gepackt.“ Wie er diese Botschaft leben kann, lernte Belting auch im Priesterseminar: „Dort wurden Fragen aufgeworfen, die ich mir allein nicht gestellt hätte.“ 2011 legte er Freisemester in München ein, lebte in einer WG. Die Freiheit nach dem strukturierten Alltag nutzte er zum Nachdenken: „Das war eine sehr offene Zeit.“ Zurück in Münster, zog er für ein Jahr in eine WG und 2013 wieder ins Borromaeum. Im selben Jahr wurde sein Neffe geboren, mit einer Behinderung, schwer krank. „Da habe ich mit Gott gekämpft“, räumt Belting ein, „erst dadurch fing ich wirklich an, mit ihm zu leben.“

Es folgten Stationen in der Pfarrei in Münster-Kinderhaus und in einer Suppenküche des Franziskanerordens in Berlin. Auch dank dieser Erfahrungen habe sich „im Laufe dieses Jahres alles zusammengefügt“ – zu einem Weg, der nach Gemeinde- und Diakonatsjahr jetzt zur Priesterweihe führt. Was danach kommt, wird Belting am Dienstag nach Pfingsten erfahren – wenn es nach ihm geht, wieder eine Pfarrei im Ruhrgebiet: „Dort spüre ich besonders, dass der Wunsch nach Gott bei den Menschen immer da ist.“

Ob im Ruhrgebiet oder in einer anderen Bistumsregion, in jedem Fall wünscht der Noch-Diakon sich, „als Priester die Menschen mitzunehmen an den Altar und bei ihnen zu sein, anstatt vor allem eine Pfarrei zu verwalten.“ Und er ist dankbar für sein im Glauben wurzelndes Grundvertrauen, das ihn zuversichtlich sein lässt: „Das wird schon alles gut funktionieren.“


Text: Bistum Münster