Sonntagsgruß
Liebe Leserinnen und Leser!In der Fastenzeit muss ich immer wieder an den Heiligen Benedikt denken. Als Gründer eines Ordens, der relativ streng in seinen Regularien ist, mag man vermuten, dass die Fastenzeit im Benediktinerkloster besonders hart ist. Was soll man auch erwarten, wenn da geschrieben steht, "der Mönch (die Nonne) soll immer leben wie in der Fastenzeit". Aber dann kommt sofort Benedikts Menschlichkeit durch. Denn er weiß genau: "Dazu haben nur wenige die Kraft." So soll man wenigstens in der Fastenzeit versuchen, das Leben zum Guten zu wenden. Und genau darum geht es. Nicht um das Auflegen einer Last und das Wegnehmen der Lebensfreude. Es geht um das Gute. So soll man nicht nur auf Speise, Trank und Schlaf verzichten, sondern die Zeit auch gut nutzen. Zum Aufräumen z. B. oder zum Lesen eines guten, geistlichen Buches.
In Klöstern gibt es heute noch den Brauch, in der Fastenzeit eine "Fastenlektüre" zu pflegen. Sich bewusst Zeit zu nehmen, die Gedanken und das Herz Gott zuzuwenden. Sich wieder neugierig machen zu lassen auf das, was ER uns sagen und geben will. So wünsche ich auch Ihnen, dass Sie in dieser Fastenzeit (wieder) neugierig werden können auf den, den wir unseren "Dreieinigen Gott" nennen.
Ihr Kaplan
Christian Fechtenkötter
