Predigt am "Karnevalssonntag" 2021

Schwestern und Brüder, hier im Kirchenhaus,
die ihr trotz Schnee gekommen seid von Zuhaus,
[alt.: und sie und ihr, die ihr mitfeiert von zu Haus,]
als Prediger und euer Liebfrauen Pastor
bitte ich euch nun einmal um euer Ohr.

Kostüme, bunte Ballons und Luftschlagen,
heuer in keinem Schaufenster prangen.
Kein Hallermarsch, Klatschen oder Applaus,
es scheint: Karneval fällt dieses Mal aus.

Nen richtigen Karnevalsjeck geb ich nicht her,
doch das närrische Treiben fehlt auch mir wohl sehr.
Ich habe gefragt die Frau und den Mann:
Ist wohl gereimte Predigt denn diesmal dran?

Sie meinten, ja erst recht, es müsse sein,
etwas Heiteres fürs Herz, das wäre fein.
Darum die Gedanken zu reimen mich angetrieben
und diese Verse zum Vortrag niedergeschrieben.

Sonst die Jahre hatte ich schon mal dabei,
nen Vogel, ne rote Nase, ne Tröte, allerlei.
Maskerade zeigt sich hier vor mir zuhauf,
statt Karnevalskostüm haben alle ne Maske auf.

Erinnert sei: Karneval im letzten Jahr
war alles noch heiter und wunderbar.
Corona-Ansteckung, Elend und Weh
zeigte sich erst später mit großem: O jeh!

Schon ein Jahr ist es mittlerweile her,
da wir machten die Weihwasserbecken leer.
Wir sitzen mit Abstand und distanziert,
auf dass hier keine Übertragung passiert.

Nicht per Hand gibt es den Frieden des Herrn,
wir nicken uns zu, tun es freudig und gern.
So hat jede und jeder am Platz den eigenen Altar
und wird zum Träger der Eucharistie fürwahr.

Hier tragen alle das Brot in eigenen Händen,
wenn wir Gott bitten, den Geist zu senden
auf die heiligen Gaben von Brot und Wein,
in denen der Herr Christ wird zugegen sein.

Mit Corona hat sich die Welt gewandelt ganz enorm,
in vielen Bereichen war zu finden eine neue Form.
Wenn körperliches Beisammensein kann nicht gehn,
müssen andere Formen der Gemeinschaft entstehn.

So gibt es live gestreamt die Gottesdienstfeier,
für Käthe und Hans, die Schulzes und Meier,
und alle, gerade Älteren, die nicht können raus
wegen Corona oder Gebrechen aus ihrem Haus.

Sitzungen finden als Videokonferenzen statt,
drei am Tag davon, dann bin ich schnell mal platt.
Treffen mit Freunden bei einem Wein digital,
ist besser als gar nichts mehr, das allemal.

Zwölf Strophen red‘ ich von Corona schon nun;
das hat doch gar nichts mit Gottes Wort zu tun!
So könnte man meinen auf den ersten Blick.
Ich bring’s nun zusammen mit etwas Geschick:

Von Aussatz wird in Lesung und Evangelium gesprochen.
Die Geschwüre gehen unter die Haut bis auf die Knochen.
So ein Aussatz ist eine Krankheit körperlicher Art,
die ihre Ansteckungsgefahr mit Berührung paart.

Was in antiker, biblischer Zeit der Aussatz war,
ist heutzutage die Corona-Krankheit fürwahr.
Nicht Gottesstrafe, sondern körperliche Krankensache,
auf dass niemand hier ne falsche Deutung mache.

Einzudämmen war Aussatz nur durch Kontakte-Verzicht,
schon damals baute man auf des Menschen Einsicht.
Zur Warnung rief der Kranke „Unrein“, ganz vehement;
das ist heute die Corona Warn App als Instrument.

Auf Gemeinschaft musste der Aussätzige verzichten,
und die Dinge des Lebens ganz alleine verrichten;
das belastete und betrübte ihn auf Dauer doch sehr,
kein Impfstoff, kein Medikament. Es musste anderes her.

Der Kranke, ein Hoffender, wagt zu Jesus zu gehen.
Er hofft, dass Jesus ihm hilft, die Krise zu überstehn.
Mit Hoffnung und Mut geht der Aussätzige auf Jesus zu,
dessen Berührung und Wort „Ich will es!“ wirken im Nu.

Der Aussätzige im Evangelium ist damit ein Vorbild-Mann,
der zeigt, wie man Krankheit und Krise bestehen kann.
Er benennt seine Sehnsucht und hält sie Jesus hin,
und das voll Vertrauen und Glauben in seinem Sinn.

Begegnung, Berührung fördern des Menschen Wohlbefinden,
die benötigt er, um Krisen und Krankheit zu überwinden.
Gerade Corona und der Beschränkungen vielerlei,
zeigen, wie angewiesen der Mensch darauf ist dabei.

Im Hören auf sein Wort, im Mahl mit Brot und Wein,
lädt Herr Jesus heut zur Begegnung mit ihm ein.
IHN zu spüren im eigenen Herzen, so ist er da,
ist er jeder und jedem Glaubenden ganz nah.

Gesundheit kann uns niemand in dieser Zeit versprechen,
aber dass Gott uns nah bleibt in Krisen und Gebrechen,
darauf baue und vertraue ich glaubensfroh,
und hoffe, ihr könnt es mir ähnlich ebenso.

Auch der Apostel Paulus gibt Christen an die Hand,
wie sie leben sollten als Glaubende mit Anstand:
Alles meiden, was zu einem Vorwurf kann führen,
die Haltung lassen, die sich zeigt in Vorteilsallüren.

Stattdessen versuchen allen entgegenzukommen,
grad Fernen und Zweiflern, nicht nur den Frommen.
Es gilt: Den Nutzen aller stets im Blick zu behalten,
nur so lässt sich christlich die Welt gerecht gestalten.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
Noch kurz muss ich eure Aufmerksamkeit rauben.
Womöglich habt ihr schon bei euch gedacht,
ob Pastor heut keine kritische Bemerkung macht.

Es gibt doch so viel zu sagen zur desolaten Lage,
was sich zeigt in Staat und Kirche dieser Tage.
Ohne Frage, über vieles bin auch ich recht sauer,
und frag, wie lang manches noch bleibt auf Dauer.

Es scheint: Manch Bischof lebt in Wagenburg-Mentalität,
es fehlt ihm Bodenhaftung, Bezug zur Lebens-Realität.
Und in der Politik geht es hin und her, heißt es hü und hott:
Bund und Länder produzieren ein Corona-Regel-Kompott.

Doch über zwei Personen will ich noch was sagen,
ja vielleicht sogar über eine ne Prognose wagen.
Und dann spreche ich wieder von Jesu Wort,
denn dazu ist hier der Predigt Zeit und Ort.

Mit Trump, dem Präsidenten Clown, ist nun vorbei;
ein befreiendes Ende dieser politischen Narretei.
Die Gefährdung der Demokratie in Person,
das war der Fake News Macher, der Lügenbaron.

Und: Es scheint, des Mannes Tage sind gezählt,
der einst zum Erzbischof von Köln ward gewählt.
Verzögerung und Vertuschung, damit ist Schluss,
weil endlich die Wahrheit ans Licht kommen muss.

Apostel Paulus schreibt, alles zur Ehre Gottes zu tun,
ganz gleich, ob Essen, ob Trinken oder Ruhn.
Paulus meint Christus uns allen zum Vorbild zu geben,
für ein echtes, glaubwürdig überzeugendes Christenleben.

Nach Jesus Christus, den Herrn und Bruder, sich richten
Denken und Handeln nach Klarheit und Liebe gewichten.
Der Christenmensch möge stets finden Halt im Glauben,
möge nichts und niemand ihm die Hoffnung rauben.

Jetzt sind genug gesprochen der Glaubensworte,
auf dass jede und jeder sie bei sich im Herzen verorte.
Bleibt heiter und gelassen und voller Zuversicht,
sagt, der am Ende nicht Helau, sondern Amen spricht.


Rafael van Straelen

 
Veröffentlicht: 14.02.2021




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