Impuls am Abend – Aus den Jahren der Geschichte lernen

An einem Tag wie heute bin ich dankbar für das, was ich in Schulzeit und Studium an Geschichte gehört habe und lernen durfte. Heute ist der Jahrestag, an dem die Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz befreit wurden. Dieser Jahrestag ist der nationale Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus.
 
An einem Tag wie heute tauchen in meiner Erinnerung Bilder und Szenen aus dem Museum und der Gedenkstätte Yad Vashem in der Nähe von Jerusalem in Israel auf. Auf eindrucksvolle und unter die Haut gehende Weise wird dort die Geschichte des Nationalsozialismus skizziert und der Opfer gedacht. Zu gedenken der Opfer wie
der Juden
der Russen, Slawen und Polen
der Sinti und Roma
der Behinderten und der Homosexuellen
der politischen Gefangenen, der Kommunisten und Sozialpolitiker
der Priester und Ordensleute
der geistig und körperlich behinderten Menschen
aller Opfer der Euthanasie
aller, die dem Nazi-Regime in den Konzentrationslagern durch Massenerschießungen oder Zwangsarbeit zum Opfer fielen
der getöteten Soldaten und aller Todesopfer des II. Weltkrieges
und vieler anderer mehr…
 
An einem Tag wie heute werde ich aber auch daran erinnert und dazu gemahnt, aus der Geschichte zu lernen: Den Anfängen zu wehren und alles dafür zu tun, damit sich solches nie wieder wiederholt: Erinnern – Gedenken – Lernen
 
An einem Tag wie heute kommt mir immer dieser biblische Vers in den Sinn:
Denk an die Tage der Vergangenheit,
lerne aus den Jahren der Geschichte!
Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen,
frag die Alten, sie werden es dir sagen.“
(Deuteronomium 32,7)
 
Worte, die Mose – fast testamentarisch – zum Volk Israel spricht, bevor es das gelobte Land betritt. Das Volk Israel soll seine Geschichte nie vergessen, sondern daraus lernen und sich stets für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen.
 
Die junge farbige Poetin Amanda Gorman, die bei der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden sprach, hat ebenso darauf hingewiesen, aus der Geschichte zu lernen. Zitat aus ihrem Gedicht:
Wir haben gelernt, dass Ruhe nicht immer Frieden bedeutet.
Und dass die Normen und Vorstellungen von dem, was gerade ist,
nicht immer Gerechtigkeit sind. […]
Denn obwohl wir unsere Augen auf die Zukunft richten,
die Geschichte hat ihre Augen auf uns gerichtet.“
 
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 26.01.2021




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