Adventskalender - Damit ihr Hoffnung habt

Unterschiedlichstes tragen bzw. ertragen wir - von der Einkaufstasche in der Hand über den Säugling in den Armen bis hin zum eigenen Schicksal.
 
Mitunter sind wir auch Trägerinnen und Träger für andere, da wo sie unserer Hilfe und Solidarität bedürfen. Das geschieht im ganz praktischen „Geben Sie mir den Korb, der ist doch zu schwer für Sie!“ bis hin zum übertragenen Sinne „Ich trage Ihre Bedenken mit.“ Institutionen sind Träger von Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen oder Kliniken.
Aber wer sind Hoffnungsträgerinnen oder Hoffnungsträger?
 
Von schwangeren Frauen wurde früher bzw. wird gesagt, dass sie „guter Hoffnung“ seien.
Hoffnung worauf? Auf eine erträgliche Schwangerschaft, eine Geburt ohne große Komplikationen, ein gesundes Kind? - Oder irgendeine Hoffnung für ANDERE?
 
Hat sich die junge Maria damals so eindeutig  als Hoffnungsträgerin verstanden, als sie kurz vor der Niederkunft war? Und gab es in ihrer Umgebung Menschen, die sich etwas von dem Kind, das die zur Welt bringen wird, etwas erhofften? – Schließlich war es kein Kronprinz im Hofpalast, auf den sich die Hoffnungen als Nachfolger des regierenden Königs richten konnten.
 
Der Evangelist Lukas platziert im Umfeld der Geburt Jesu Frauen und Männer, die in dem Kind von Bethlehem die Erfüllung ihrer Hoffnung sehen: Elisabeth „Wer bin ich, dass die Mutter meines HERRN  zu mir kommt?“, die Hirten auf dem Feld und die Hochbetagten Simeon „Meine Augen haben das Heil gesehen!“ und Hannah im Tempel.
 
Hoffnungsträger ist man stets für andere, nicht für sich selbst. Die Geschichte von den vier Lichtern am Adventskranz will das verdeutlichen. Nachdem die Lichter FRIEDEN, GLAUBE und LIEBE resigniert aufgeben und ausgehen, weil es in der Welt zu wenig Liebe, Glaube und Frieden gibt, bleibt nur noch das Licht HOFFNUNG.
Es beruhigt das Kind, das voller Verzweiflung über die erloschenen Kerzen klagt und hat außerdem die Kraft , die anderen Kerzen wieder zu entzünden.
 
„Kleiner Funke Hoffnung, mir umsonst geschenkt, werde ich dich nähren, dass du überspringst. Dass du wirst zur Flamme, die uns leuchten kann, Feuer schlägt in allen, die im Finstern sind.“
 
In diesem Sinne einen hoffnungsvollen (vor)letzten Adventstag 2020!
 
Klaus Brücks
 
Veröffentlicht: 18.12.2020




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