Impuls zur Auferstehung - Ute Gertz

Mein Osterglaube ... oder warum ich an die Auferweckung Jesu und das ewige Leben, die Ewigkeit des Lebendigen glaube …

Alles, was ich dazu zu sagen habe, ist und bleibt eher ein Stammeln...
Bleibt in jedem Fall eher was, was mir zur inneren Gewissheit geworden ist, als was, was ich allein rational beschreiben könnte. 

Ausschlaggebend dabei sind Todeserfahrungen mitten im Leben – innerhalb von fünf Wochen musste ich ohne meine beiden besten Freunde weiterleben. Und auch der Tod meines Vaters hat mich zutiefst berührt. 

Wer schon mal einen wirklich geliebten Menschen verloren hat, der kennt vielleicht auch meine Erfahrung. Es gibt Szenen in meinem Leben, da ist es als wäre mein Vater mit dabei; als würde meine Freundin wieder neben mir am Strand spazieren gehen; als wäre mein Freund im Geplauder der Party mit dabei gewesen… 
Wenn ich schon solche Erfahrungen machen kann, warum sollen das nicht auch die Menschen damals in biblischer Zeit gemacht haben, mit Jesus, dem Heilsbringer schlechthin. Da geht es nicht um historische Berichte, sondern um innerliches Wahrnehmen und Geschehen. Und allen, die davon berichteten, angefangen bei Paulus bis zu den Evangelisten, ist eine Botschaft gleich, nämlich diese innere Erkenntnis: Gott hat Jesus aus den Toten auferweckt. Und diese Hoffnung: Er ist auferweckt in das Leben, das unser Raum und Zeitverständnis umgreift, in das Leben des Abba-JHWH hinein. 

Und jetzt, jetzt geht es bei mir nicht anders als betend weiter… - 

Ja, ich glaube es Dir, Jesus, 
weil ich Dir deinen Gott glaube. 
Den JHWH – ICH BIN DA, 
den Du ‚Abba‘ – Papa, guter Vater – genannt hast,
den Gott, von dem Du gesagt hast, er sei „ein Gott der Lebenden, nicht der Toten“ (Mk 12,26-27)

Und ich glaube es Dir, 
weil ich nicht glauben kann, dass ein solcher Gott, 
der durch Dich Jesus uns immer wieder gezeigt, wie sehr er die Menschen liebt; 
dass so ein Gott ins Nichts fallen lässt, den er liebt 
– seinen Sohn und jeden Menschen – Kinder Gottes.
 
Ich kann es nicht rational erklären, ich habe keine Beweise, 
nur die, 
die Unzähligen vor mir, 
angefangen von Maria von Magdala, Petrus und Paulus und seine Gemeinden bis zu denen, 
die hier heute mit mir leben, 
die Dir und Euch im Vertrauen eurer Geistkraft geglaubt haben und glauben. 
Ich glaube an deine Auferweckung Jesus 
und an die Auferweckung aller, 
weil ich Dir Jesus deinen Gott glaube, 
weil ich nicht kleiner von Euch und Eurer Menschenliebe denken kann. 

Ganz, wie Papst Benedikt XVI es mal formuliert hat: „Ich bin definitiv geliebt, und was immer mir geschieht – ich werde von dieser Liebe erwartet.“
Das erwarte ich zumindest für die Menschen, die mir die Liebsten waren, hier, dass sie das in ihrer Ewigkeit erleben. Darunter möchte ich an keinen Gott glauben. 

Ute Gertz, Pastoralreferentin
Veröffentlicht: 14.04.2020