Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Einem heranwachsenden Jungen widerfährt mit dem Tod und der Beerdigung seiner Mutter ein sehr, sehr dunkles und trauriges Ereignis in seinem Leben. In seiner Freizeit spielt er Fußball. Zum Gedenkgottesdienst für seine Mutter öffnen sich die Türen der Kirche und eine Gruppe von 14-jährigen Jungs kommt zusammen mit zwei älteren Jugendlichen herein: Die Fußballmannschaft des Jungen und seine beiden Trainer Christopher und David nehmen an dem Gedenkgottesdienst teil. Ich bin nicht nur überrascht, sondern vielmehr auch berührt. Da zeigen junge heranwachsende Menschen was Mitgefühl, Solidarität und Freundschaft meint: Wir lassen Dich nicht allein! Wir sind bei Dir! Wir stehen zusammen! Ihre Präsenz ein starkes Zeichen für ihren Mitspieler, der einen schweren Verlust erlebt, und für mich. Nach dem Gottesdienst habe ich den beiden Trainern gedankt. Mit ihren 18 Jahren - es war ihre Idee – haben sie den ihnen anvertrauten Jungen angesichts dieses so traurigen Anlasses ge-zeigt, was Menschlichkeit, Mitgefühl, Solidarität und Teamgeist meinen: Wenn einem von uns schmerzlich Trauriges geschieht, lassen wir ihn nicht allein! Um die Fußball-Jungs muss ich mir keine Sorgen machen: Sie sind ein starkes Team!
Liebe Gemeinde! Was ich da vor einigen Wochen erlebt habe, stimmt mich zuversichtlich, macht Mut und lässt hoffen. Manche fragen sich ja mitunter, wie es um das Leben von Werten gerade unter der jüngeren Generation bestellt ist. Die Fußballjungen mit ihrem Verhalten sprechen Bände, wie man so sagt. Da bedarf es keiner weiteren Erläuterung!
Diesen Sonntag begehen wir in der katholischen Kirche als den Misereor-Sonntag; den Sonntag des Erbarmens, der Barmherzigkeit. Wie das gelebt werden kann, zeigen die
Fußball-Jungs. (Und zur Zeit auch viele andere Aktionen, die Menschen in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie unterstützen.)
Ich wünsche Ihnen einen guten Sonntag.
Ihr Pastor
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 27.03.2020