Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Vor einiger Zeit lief ich gegen 17.00 Uhr durch die Innenstadt. Da kam ich an einer offen stehenden Mülltonne vorbei und sah Brötchen und Gemüse, in großen Mengen weggeworfen. – Der Anblick traf mich im Innersten und ich dachte spontan: Das ist das Ergebnis unserer überzogenen Konsum- und Wegwerfgesellschaft.
Zugleich erinnerte mich dieser Blick auf die Mülltonne mit den vielen guten Lebensmitteln an eine andere Begebenheit: Ich war vor längerer Zeit in einer Bäckerei kurz vor Ladenschluss, um noch ein Brot zu kaufen. Ich hörte, wie eine Frau vor mir nach ei-nem bestimmten Brot fragte. Dieses war leider schon ausverkauft. Dies nahm die Kundin missmutig zur Kenntnis. Auch zwei weitere Brotsorten, die sie wünschte, waren nicht mehr vorrätig. Den Hinweis der Bedienung auf andere ähnliche Brotsorten winkte sie ab und meinte harsch, was das denn für ein Service sei, kaum etwas im Angebot zu haben. – Genau dieses für mich völlig überzogene Anspruchsdenken zwingt die Lebensmittelhersteller und Händler dazu, mehr zu produzieren als benötigt wird; nur um eine riesige Vielfalt bis zum Verkaufsschluss vorzuhalten. In den Medien wird öfter über die großen Mengen weggeworfener Lebensmittel berichtet. (In Deutschland jährlich über 100 Millionen Tonnen.)
Das Brot steht für mich als Synonym für alle Lebensmittel. Brot in der Spannung zwischen Wertschätzung und Wegwerfen.
Ein Impuls für die eigene Lebenshaltung kann auch sein: Ein wertschätzenderer und sorgsamerer Umgang mit den Lebensmitteln. Eine offene Mülltonne – und was sie bewirken kann. Zumindest bei mir.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und gesegneten Sonntag und einen guten Weg durch die neue Woche.
Ihr Pastor
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 07.02.2020




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