Pilgerreise ins Heilige Land - 9. Tag

Der Tag begann verheißungsvoll: Es war trocken und die Sonne zeigte sich sogar zwischen den Wolken. In der Nacht hatte es noch einmal kräftig geregnet. Doch der Regen sollte den Bocholter Pilgern zumindest bis zum frühen Nachmittag noch einmal treu bleiben. Die Bilder von der Besichtigung der alten Kreuzfahrerstadt Akko zeugen davon. Im Verlauf der Besichtigung nahm die Gruppe nicht nur die großen Hallen der Gebäude aus der Zeit der Kreuzfahrer (1099 bis 1300 n. Chr.) in Blick, sondern auch die unterirdischen Gänge und Tunnelanlagen. Kopf einziehen war wegen der Niedrigkeit öfter angesagt. Der hohen Baukunst aus der Zeit der Kreuzfahrer galt große Bewunderung. Der Stadtrundgang führte durch den Basar bis zum Hafen von Akko. Anschließend ging es zur Mittagspause mit Imbiss, bei dem sich Busfahrer Arbed bestens als Kellner präsentierte. Nach der Mittagspause hellte sich das Gemüt von Guide Uri auf: Er kündigte die schönste Stadt Israels an, die die Pilgerinnen und Pilger nun aufsuchen würden: Haifa, seine Heimatstadt, wo er wohnt! Und wie es so sein sollte: Um die schönste Stadt des Landes auch entsprechend präsentieren zu können, zeigte sich rechtzeitig die Sonne vom blauen Himmel. Um die hängenden Gärten und den Tempel des Bahain, einer Religion, die im 19. Jh. aus einer Reformbewegung des Islam hervorgegangen ist und der heute 6 Millionen Menschen angehören, nicht nur zu sehen, sondern auch für die Nachwelt auf Fotos festzuhalten, wurde mitten im Verkehr ein Fotostopp eingelegt. Im Anschluss daran ging es zur Kirche Stella Maris, wo die Gruppe die Hl. Messe feierte. Der Gesang war prächtig. Da man sich auf dem Karmel befand, einem bedeutendem Berg in Israel, erinnerte Pfarrer van Straelen im Gottesdienst an dem Propheten Elija, der dort u.a. gewirkt hat (in der Bibel: 1. Buch Könige, Kapitel 18+19). Diesem Gottesdienst hatte sich spontan ein Paar aus Michigan, USA, angeschlossen, das für vierzig Tage im Hl. Land unterwegs war. Um die Sonne noch etwas zu genießen, wurde nach der Messe auf dem Kirchenvorplatz eine Kaffeepause eingelegt. Auf der Rückfahrt konnten die Bocholter den Blick auf den Tabor, auf die grünen Hügel Galiläas und auf den See Genesareth genießen. Dieser See, der auch See Kinneret oder Sea of Galiläa genannt wird, soll morgen noch einmal größere Beachtung erfahren. Doch davon morgen. Und wie so oft auf dieser Pilgerreise saß man nach dem Abendessen noch länger in Gruppen zusammen, um angeregt zu erzählen und sich auszutauschen über das Erlebte und Gehörte.
Veröffentlicht: 03.04.2019