Sonntagsgruß

Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand …“
Diese Zeilen habe auch ich als Kind geschmettert, wenn wie in diesen Tagen die Sternsinger durch unsere Stadtviertel ziehen.
Beim Rückblick frage ich mich: Was ist eigentlich faszinierender: Dass ich auch nach 38 Jahren die Strophen auswendig und mit einem Lächeln mitsingen kann (und auch noch die Grußverse dazu) – oder die Bilder, die ich damals als Kind und Jugend-licher erlebt habe: die freudigen Anblicke beim Öffnen der Haustür über das Weitergeführtwerden zu Krankenzimmern in den hintersten Winkeln der Wohnung bis hin zu manchen Antworten aus der Gegensprechanlage: „ … von der Kirche? Damit haben wir nichts zu tun!“.
Es sind beides wertvolle Erfahrungen. Liedstrophen die mich und viele begleiten – und die geöffneten und (häufig?) verschlossenen Türen unserer Wohnungen und Her-zen. Beide Erlebnisse möchte ich nicht missen, denn sie haben mir eine Welt gezeigt, wie sie ist: Zwischen Hoffnung, Liebe und Teilnahmslosigkeit!
Und so bin ich dankbar für alle Kinder, Jugendlichen und deren Unterstützer, die auch in diesen Tagen einen Segensgruß in jedes Haus bringen. Und falls diese Begegnung nicht zustande kommt (es gibt definitiv viel mehr Haushalte als die 300.000 Sternsinger in Deutschland erreichen können) auch über deren „Stellvertreter“ (Nachbarn, andere Erwachsene, etc.), die diese Segenswünsche weitertragen und auch so zu „Königen“ werden. Denn so heißt es im Blick auf das Partnerland im Jahr 2019: „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche und ein gesegnetes neues Jahr 2019!
Pastor Ulrich Kroppmann
 
Veröffentlicht: 04.01.2019