Eucharistische Anbetung in der Anbetungskapelle der Liebfrauenkirche

Seit über 55 Jahren gibt es die regelmäßige eucharistische Anbetung in der Anbetungskapelle der Liebfrauenkirche.

Am 23. Januar 1954 schrieb der damalige Pfarrer von Liebfrauen, Propst Clemens Dülmer, dem Bischof von Münster, Michael Keller, folgenden Brief:
„Die Liebfrauen-Pfarrkirche in Bocholt setzt sich aus zwei Bauwerken zusammen, der alten Minoritenklosterkirche und dem 1914 angebauten neuen Bauteil. Das Chor der alten Minoritenkirche wurde bei dem Erweiterungsbau 1914 durch eine Mauer abgetrennt, so dass eine Kapelle entstand. Im Kriege wurde die Kapelle vollständig zerstört, ist aber jetzt wieder aufgebaut und würdig eingerichtet. Nach Rücksprache mit dem Klerus der Stadt wurde der Plan gefasst, diese Kapelle zur Anbetungskirche für die Stadt Bocholt zu gestalten. Die Bevölkerung bekundete großes Interesse. Für mindestens drei Anbeter jederzeit ist Sorge zu tragen durch Einzeichnung von Familien für jede Halbstunde der Aussetzung, die von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr bzw. im Sommer 8 Uhr vorgesehen ist. Da die Kapelle würdig eingerichtet ist, möchte der Unterzeichnete am Sonntag, 5. Februar die Anbetung beginnen lassen und bittet um Genehmigung dafür.“

Schon zwei Tage später traf die bischöfliche Antwort ein: „Mit großer Genugtuung habe ich davon Kenntnis genommen, dass dort anfangs Februar die tägliche Anbetung in der Anbetungskapelle beginnen kann. Ich begrüße das Vorhaben wärmstens und danke allen, die zum Gelingen irgendwie beigetragen haben. Möge von der Anbetungskirche reicher Segen ausgehen für die Stadt Bocholt, für die Diözese Münster und für die ganze heute so gefährdete Kirche Gottes. Ich habe zu den Katholiken Bocholts das Vertrauen, dass sie sich gern beim Eucharistischen Heiland einfinden, um ihm ihre Liebe und Gnade für sich und ihre Angehörigen zu holen und ihm die vielen großen Anliegen der Kirche anzuempfehlen.“

Die Zeiten von Propst Dülmer, in denen die Anbetung täglich gewährleistet werden konnte, sind vorbei. Dennoch ist die Pfarrei Liebfrauen – dankenswerterweise auch eines festen Gebetskreises wegen – in der Lage, die Anbetungstradition an zwei Tagen in der Woche fortführen zu können. Auch die Sehnsucht von Bischof Michael Keller nach Segen für unsere Stadt, das Bistum und die ganze Kirche Jesu Christi ist nicht wenigen Menschen unserer Tage ein ebenso ernsthaftes Anliegen. Trotzdem ist es nicht einfacher geworden, den Menschen die eucharistische Anbetung näher zu bringen. Daher sind wir über „neue“ Beterinnen und Beter stets dankbar. Es gibt so viele Menschen, die durchaus Zeit hätten, eine halbe Stunde vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu verbringen. Dabei kommt es gar nicht darauf an, dauernd zu beten, etwas zu rezitieren oder immer „ganz bei der Sache“ zu sein – was natürlich auch gut und sinnvoll ist. Es reicht schon, sich einfach bewusst im Angesicht Gottes zu wissen. Vielleicht sind Sie bereit, sich wöchentlich mit einem festen Termin (eine halbe oder eine Stunde) in die Liste des Gebetskreises aufnehmen zu lassen? Es würde uns jedenfalls sehr freuen. Wenn Sie Fragen haben, setzen Sie sich einfach mit dem Pfarrbüro in Verbindung (info@liebfrauen.de oder Tel.: 22 56 91).

Über diesen Kreis hinaus hoffen wir, dass die Anbetungskapelle zahlreiche Besucher einlädt, dort einzukehren, etwas zu verweilen, das Gebet zu suchen und Ruhe, Stille, Kraft oder Glück im Angesicht Gottes zu verspüren. Unsere Welt, unsere Zeit und Gesellschaft jedenfalls haben das Gebet vielleicht nötiger denn je.

Eucharistische Anbetung ist jeden Dienstag von 10.15 Uhr bis 19.00 Uhr in der Liebfrauenkirche. Am Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Freitag (1. Freitag im Monat) ist im Anschluss an die Abendmesse in der Liebfrauenkirche eucharistische Anbetung bis 20.00 Uhr.