St. Helena Kirche

1823 bekam Barlo für seine damals 545 Einwohner eine eigene Pfarre. Die neue Pfarre wurde um Pfingsten des Jahres 1823 gegründet. Erster Pfarrer war der bisherige Pfarrer zur Kreuzkapelle, Herr Engelbert Wissing. Bis zur Herstellung und Einweihung der neuen Pfarrkirche St. Helena wurde der sonn- und festtägliche Gottesdienst auf dem Hause Diepenbrock gehalten. Die Einweihung der Kirche wurde von dem damaligen Weihbischof Caspar Max am 21. Oktober 1824 vorgenommen.


Dafür wurde die seit 1674 in der Gemeinde Hemden existierende „Kreuzkapelle“ abgebaut. Erbaut wurde die Kreuzkapelle, um den katholischen Bewohnern Aaltens und Bredevoorts (die Niederlande war protestantisch) die Möglichkeit zu geben, an einem katholischen Gottesdienst teilzunehmen.
Im Laufe der Zeit bekamen die Katholiken in den genannten Orten eigene Kirchen und Seelsorger und nutzen die Kreuzkapelle nicht mehr. Sie hatte ihren Zweck verloren und wurde daher nicht mehr benötigt.


Als Relikt der ehemaligen Kreuzkapelle ist ein rautenförmiger Sandstein, der das Wappen des Fürstbischofes Bernhard von Galen darstellt, weil er als Bauherr der Kreuzkapelle anzusehen war,  in der neuen Kirche zuerst über dem ehemaligen südlichen Seiteneingang angebracht worden. Als man zum Schutz gegen Wind und Schlagregen 1931 ein massives Portal als Windfang errichtet hatte, wurde der Wappenstein über das Eingangsportal am Turm verlegt, wo er sich noch heute befindet.
 
Die St.-Helena-Kirche wurde mehrfach erweitert. So wurde 1858 an der Ostseite der Kirche eine neue kleine Sakristei angebaut. Infolgedessen konnte der Hochaltar um einige Fuß zurückgesetzt werden, wodurch der an sich schon kleine Chorraum vergrößert wurde. 1933 entstand auf der Südseite des Chores eine neue größere Sakristei, die alte Sakristei wurde als Heizungsraum benötigt.

Ein Vermächtnis des Johann Wittag mit 1000 Talern machte es möglich, an die Erbauung eines neuen Turmes zu denken. Der Bau begann 1861 wurde aber erst im Jahre 1862 vollendet.  Nach der Fertigstellung erhielt der Turm noch im Jahre 1862 in der Nische über der Eingangstür  eine Helena-Statue aus Sandstein, welche der Bildhauer B. Allard in Münster für 53 Taler angefertigt hatte.  

Die größte Erweiterung erfuhr die Kirche 1967/68.  Hierzu wurde die nördliche Seitenwand des Langhauses vollständig niedergelegt,  und ein neues breites Langhaus, als Saalbau mit Flachdecke, angesetzt.  So fungiert das frühere Kirchenschiff nun als Chorraum.  Der alte Chor dient heut als Taufkapelle. Die Sakristei wurde nach Osten als Anbau entlang der Ostwand neu errichtet. Die alte Sakristei dient heute als Leichenhalle. Bei diesem Umbau wurden auch die historischen Fenster im Schiff  zum Teil umgewechselt.

Quelle: Barlo Gestern und Heute „Vör dessen Boorle!“ Verein für Heimatpflege e.V. 1993

Ausführliche Chronik als PDF-Datei zum Download

 

Fotos: August Telaar