Wer sich bewegt, kann viel bewegen - Hungermarsch für Waisenkinder in Uganda

nter dem Motto „Mithilfe geht“ machten sich am letzten Sonntag über 65 Kinder und Jugendliche aus der Pfarrgemeinde Liebfrauen auf den Weg. 14 Kilometer Fußmarsch von Stenern nach Barlo und zurück standen auf dem Programm, um Geld für Uganda zu sammeln.
Die 20-jährige Bocholterin Simone Dohle, die als Gruppenleiterin in Liebfrauen mitgemischt hat, lebt zur Zeit in dem afrikanischen Land. Sie hat es in ein kleines Dorf namens Kasilio verschlagen, das im Süden Ugandas liegt. Dort arbeitet sie in einer Schule für Waisenkinder. Die meisten Gruppenleiter stehen noch in gutem Kontakt zu Simone. Da bleibt es nicht aus, dass sie viele Geschichten erfahren - von schönen Dingen, aber auch von den großen Problemen wie Aids und Armut.
Viele Eltern, berichtet Simone, sterben an Aids und hinterlassen Waisen. Für diese Kinder setzt sich die 20-Jährige mit ihrer Gastmutter ein und versucht, in ihrem Dorf ein Waisenhaus zu bauen. Für diesen Bau wird Geld benötigt, aber auch für alltägliche Dinge wie Kleidung oder Nahrung. Als Rechenbeispiel: Damit ein Kind in der Schule eine warme Mahlzeit bekommen kann, muss es ein Schulgeld von neun Euro im Jahr bezahlen - das ist, nicht einmal der Preis einer neuen CD. Obwohl der Betrag so gering erscheint, können viele Kinder ihn nicht aufbringen.
Durch diese fast unvorstellbaren Berichte motiviert, organisierten die Gruppenleiter von Liebfrauen jetzt den Hungermarsch. Mit viel Werbung und viel Engagement seitens der Kinder, die für sich selber Sponsoren suchten, die sie für die Strecke unterstützten, bekamen sie eine Menge Geld zusammen: über 3000 Euro. Einige Kinder hatten es geschafft, Sponsoren zu finden, die sie mit über 100 Euro unterstützten. Der Zug startete am Gemeindezentrum St. Martin in Stenern, in den Pausen holten sich Kids und Jugendliche Stempel für die schon gelaufene Strecke ab. Nicht nur Simone wird überwältigt sein, wenn sie das Geld empfängt, auch alle Teilnehmer zwischen fünf und 22 Jahren können sicher sein: Wer sich bewegt, kann viel bewegen.

HEIKE NIEHOFF