Sonntagsgruß

Für die Schulkinder beginnen sie: Endlich Ferien! Auch für viele der Erwachsenen hat die große Zeit des Verreisens angefangen. Zum Familienurlaub geht es dann an Nord- oder Ostsee, mit dem Flugzeug in den Süden, mit dem Auto in die Alpen oder dorthin, wo für ein paar Wochen nun Sonne, Spaß und Entspannung gesucht werden. Das Wort Urlaub ist der Bibel unbekannt. Bezahlter Urlaub ist erst eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Vorher gab es nur Feiertage und Sonntage als Tage der Erholung. Gerade deshalb wurde auf den einen Tag der Ruhe innerhalb der Woche viel Wert gelegt. Sabbat und Sonntag sind als kurze Pause innerhalb eines Wochenrhythmus enorm wichtig. Zu einem kurzen Pausieren reicht solch ein Tag, aber um so richtig zur Ruhe zu kommen, nicht über Arbeit nachzudenken, mal in den Tag hinein zu leben, einfach nur das zu machen, wozu man Lust hat, dazu braucht man mehrere Tage am Stück. Selbst „Jesus nimmt frei“. Leider steht diese Geschichte des Kinderbuches von Nicholas Allen nicht in der Bibel. Dort wird berichtet, wie hart Jesus jeden Tag arbeitete, um die Welt schöner zu machen: Er tut Wunder, heilt die Menschen und erzählt ihnen von Gott. Doch eines Tages wacht er auf und ist völlig erschöpft vom Gutes-Tun. Es fallen ihm keine Geschichten mehr ein und kein Wunder will klappen. Daraufhin geht Jesus zum Arzt. Der verordnet ihm eine Auszeit mit den Worten „Ruh dich aus, tu etwas, was dir Spaß macht.“Und das macht Jesus auch: Er picknickt unter einer Palme, nimmt ein Bad im See und reitet auf einem Esel. Es geht ihm so richtig gut. Aber am Abend wird Jesus traurig, weil er gar nichts    Produktives getan hat. Mit einem schlechten Gewissen erzählt er dies Gott. Doch der zeigt ihm einfach nur, was inzwischen geschehen ist: Wo Jesus geschwommen ist, haben die Fischer ganz viele Fische gefangen, wo er gepicknickt hat, haben die Bäume bald herrliche Früchte getragen, und die Menschen, die er unterwegs getroffen hat, sind plötzlich froh geworden. „Nur wenn du selbst froh bist, kannst du auch andere froh machen“, meint Gott zu Jesus.
Schlicht und einfach, deshalb: Machen  Sie‘s doch genauso! Ich wünsche Ihnen einen schönen
Sommer, eine richtig gute Erholung und viel Freude an den Menschen, mit denen Sie zusammen sind.
Melanie Roßmüller
Pastoralreferentin