Sonntagsgruß

Liebe Gemeindemitglieder, Ich sitze am Schreibtisch. Es ist gerade einmal 16:30 Uhr. Es dunkelt schon wieder: Dämmerung. November - der Beginn der dunklen Jahreszeit. So ganz habe ich mich nach Sommerzeit und Uhrumstellung noch nicht daran gewöhnt. Die dunkle Jahreszeit ist für viele Menschen eine Herausforderung. Mit Dunkelheit verbindet der Mensch Angst, Unsicherheit, Gefahr, Böses, Schuld, Nacht, Tod. Spürbar wird die Sehnsucht nach Licht. Für mich zeigt sich diese Sehnsucht in dem Lichtermeer, das zur Adventszeit in den Fenstern und Straßen sowie auf den Plätzen in der Stadt zu sehen ist. Es wirkt auf mich fast so, als wolle der Mensch die Dunkelheit dieser Jahreszeit mit der Fülle von künstlichem Licht bezwingen. - An diesem Sonntag beginnt die Adventszeit. Es ist die Zeit, in der wir Christen mit dem Bild des LICHTES Gottes Nähe und Gegenwart herbeirufen, wie es in einigen Adventsliedern erklingt: "O Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.", "Neues Licht entströmt der Nacht", "Beglänzt von seinem Licht hält euch kein Dunkel mehr." oder "O komm, o komm, du Licht der Welt, das alle Finsternis erhellt." - Weihnachten feiern wir nach der Wintersonnenwende; dann, wenn die Nächte kürzer und die Tage wieder länger werden. Bei allen Dunkelheiten in der Welt durch die Kriege, Konflikte und vieles andere Leid darf ich als Christ dem LICHT Gottes, seiner Liebe und seinem Frieden vertrauen. Was ich mir vorgenommen habe: Ich werde an diesem Samstag / Sonntag, wenn ich am Abend in meiner Wohnung bin, in der Dunkelheit bewusst die erste Kerze am Adventskranz entzünden und dieses eine Licht auf mich wirken lassen.

Ich wünsche Ihnen an diesem ersten Adventssonntag und für die ganze Adventszeit LICHT-volle Momente.

Ihr Pastor
Rafael van Straelen