Sonntagsgruß

…mit leichtem Gepäck

„Ich bin drüben im Keller." Ein Wort, das unser technischer Leiter, Herr Michael Bauhaus, in den letzten Tagen öfter sagt. „Ich bin drüben im Keller." Damit verschwindet er in die Kellerräume der Liebfrauenkirche. Durch den Starkregen vor zwei Wochen war auch in diesem Keller Wasser eingedrungen; und nicht gerade wenig. Nachdem das Wasser abgepumpt war und das Trockengerät seinen Dienst aufgenommen hat, heißt es nun seit einigen Tagen: Entrümpeln. Das ein oder andere hat unwiederbringlich Schaden genommen und kann nur noch weggeschmissen werden. Andere Dinge sind zum Glück nicht nass geworden. Und wieder andere Sachen hängen auf diverse Räume verteilt zum Trocknen, wie z. B. alte Messgewänder.

Beim Aufräumen und Entrümpeln zeigt sich so Manches, was seit Jahren aufbewahrt wird, obwohl es zu nichts mehr genutzt werden kann. Andererseits kommen auch kleine wertvolle Dinge wieder zum Vorschein, die in Vergessenheit geraten waren. Im Volksmund heißt es: Aus den Augen – aus dem Sinn. Der Mensch ist ein Sammler. Dachböden und Kellerräume verlocken einfach vieles aufzubewahren, abzustellen und einzulagern, was genau genommen doch nicht mehr benötigt wird. – Die Tragik der Unwetter, des Starkregens und der Überschwemmungen und die damit verbundenen Schäden und Verluste vieler Menschen ist groß. Manche Betroffene stehen vor dem Ruin. – Der Wasserschaden im Keller der Liebfrauenkirche ist zugleich Anlass zum Aufräumen und Entrümpeln, um sich von unnötigen Dingen (Kram & Plunder) gänzlich zu trennen.
Dabei kommt mir ein Lied in den Sinn, das seit Anfang dieses Jahres kontinuierlich im Radio zu hören ist: „Leichtes Gepäck" von der Band Silbermond. „Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg. Denn es reist sich besser, mit leichtem Gepäck. Du siehst dich um in deiner Wohnung, siehst ein Kabinett aus Sinnlosigkeiten. Siehst das Ergebnis von Kaufen und Kaufen von Dingen, von denen man denkt, man würde sie irgendwann brauchen. Ab heut nur noch die wichtigen Dinge. Ab heut nur noch leichtes Gepäck. Und eines Tages fällt dir auf: Es ist wenig was du wirklich brauchst. Lass sie los, schmeiß sie einfach weg. Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck." – ich merke: Ich muss nach fünf Jahren mal wieder einen Tag lang aufräumen: Dachboden und Kellerraum. Bald sind ja Sommerferien, dann ist dafür Zeit. Und für den Urlaub: Nicht mehr als eine Reisetasche. - Die Feier des Sonntag, der Tag der Ruhe und Erholung, lädt ein, den Ballast der zurückliegenden Woche abzulegen und sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und gesegneten Sonntag
Ihr Pastor Rafael van Straelen