Krankensakramente

Hauskommunion

Vielen Gemeindemitgliedern, die früher regelmäßig die Messfeiern der Pfarrei mitgefeiert haben, das jetzt aber aus Alters- oder Gesundheitsgründen zu ihrem eigenen Bedauern nicht mehr können, bedeutet der Empfang der Kommunion sehr viel. Daher sind die Seelsorger der Pfarrei und mehrere Kommunionhelferinnen und -helfer monatlich zu zahlreichen Gemeindemitgliedern unterwegs, um ihnen die Kommunion ins Haus zu bringen. Das geschieht in der Regel am bzw. um den ersten Freitag im Monat (Herz-Jesu-Freitag) herum. In Verbindung mit einem kurzen Wortgottesdienst ist der regelmäßige Empfang der Kommunion für die Besuchten ein wichtiger und verlässlicher Halt in ihrem vielfach eingeschränkten Lebensalltag. Nebenher erfahren sie in den Gesprächen das Neueste, das sie aus der Pfarrei interessiert, und nicht selten werden sie auch ihre großen und kleinen Sorgen los. Da es keineswegs nur Kranke sind, die die Kommunion zu Hause empfangen, ist die Bezeichnung „Hauskommunion“ zutreffender als die landläufige Redeweise von der „Krankenkommunion“.

Wenn Sie für sich oder für Ihre Angehörigen – nach Rücksprache mit ihnen – die Hauskommunion wünschen, wenden Sie sich bitte ans Pfarrbüro. Einer der Seelsorger oder Kommunionhelfer wird danach Kontakt mit Ihnen aufnehmen und einen Termin vereinbaren, an dem er zum ersten Mal die Kommunion bringt. Die monatlichen Besuche werden jeweils vorher vom Seelsorger oder Kommunionhelfer neu mit Ihnen vereinbart.


Das Sakrament der Krankensalbung

Für Menschen, die ernsthaft oder bedrohlich erkrankt sind, für altersschwache oder sonstige Gemeindemitglieder, deren Gesundheitszustand dauerhaft massiv angegriffen ist, bietet die Kirche seit jeher das Sakrament der Krankensalbung an. Jesus Christus selbst hat sich der kranken Menschen, ihrer körperlichen und geistigen Probleme in besonderer Weise angenommen. Daher vertraut die Kirche schon seit den Tagen des Apostels Jakobus in diesem Sakrament die Kranken dem Herrn in seinem Leiden, Sterben und Auferstehen an, damit ihre Ängste und Sorgen gelindert werden, ihr Zuversicht und Gelassenheit zunehme. Die Feier des Sakramentes besteht vor allem darin, dass der Priester dem Kranken die Hände auflegt, dann das Gebet aus der Kraft des Glaubens gesprochen wird und anschließend die Salbung mit dem geweihten Öl erfolgt. Die Krankensalbung soll eine Hilfe für Kranke im Sinn einer inneren Aufrichtung sein, weshalb sie auch die Vergebung der Sünden bringt, sofern dies nötig ist, aber keine Todesvorbereitung.

Ihr früherer Name – „letzte Ölung“ – war ursprünglich auf die Reihenfolge der verschiedenen Salbungen während der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe bezogen. Dennoch trug er ebenso wie die Theologie der letzten Jahrhunderte dazu bei, sie in ein Sakrament der Sterbenden zu verwandeln, das mehr gefürchtet als geliebt wurde. Deshalb wurde der Empfang des Sakramentes so weit wie möglich hinausgezögert, oft genug bis kurz vor dem Tod. Das aber widerspricht dem eigentlichen Wesen des Sakramentes als einer Hilfe in der Krankheit und nicht für das Lebensende. Natürlich stellt jede Feier der Krankensalbung den Empfänger ebenso wie die mitfeiernden Angehörigen, Freunde und Bekannten vor die Frage nach dem Glauben angesichts des Leidens, nach dem Verhältnis zu Gott, das er uns Menschen einmal für immer und ohne Brüche zugedacht hat, und daher auch vor die Frage nach dem Lebensende. Das Sakrament der Sterbenden aber ist die Eucharistie, dann Wegzehrung genannt. Das Sakrament der Kranken hingegen ist die Krankensalbung.

Sie bringt immer auch das glaubende, d. h. das auf Gott hoffende Aushalten der Krankheitssituation zum Ausdruck und zeigt in der körperlichen Berührung der Handauflegung und der Salbung eine ebenso menschliche wie göttliche Nähe an, die in sich schon heilend erfahren werden kann. Daher darf zum Beispiel alten oder gebrechlichen Menschen, deren Kräftezustand dauerhaft schwach ist, die Krankensalbung auch dann gespendet werden, wenn keine ernsthafte oder bedrohliche Erkrankung vorliegt. Ebenso kann das Sakrament wiederholt werden, wenn der Kranke wieder genesen ist oder im Laufe der Krankheit eine Verschlechterung eintritt. Ausdrücklich weisen die Bischöfe in der Einführung zur Feier der Krankensalbung darauf hin, dass das Sakrament Verstorbenen nicht zu spenden ist: „Ist der Kranke beim Kommen des Priesters schon tot, soll der Priester für den Verstorbenen beten, daß Gott ihn von den Sünden löse und ihn gütig in sein Reich aufnehme, die Salbung aber soll der Priester in diesem Falle nicht vornehmen.“

Bitte melden Sie sich daher zur rechten Zeit im Pfarrbüro, wenn sie die Krankensalbung für sich selbst oder für einen erkrankten Angehörigen wünschen. Einer der Priester von Liebfrauen wird sich dann so schnell wie möglich mit Ihnen in Verbindung setzen, um Ort und Zeit für die Feier der Krankensalbung abzusprechen. Da sie – ebenso wie alle anderen Sakramente – Gemeinschaftscharakter hat, wäre es schön, wenn auch Verwandte, Freunde oder Bekannte an der Feier teilnehmen könnten.

Nicht selten empfangen Mitglieder unserer Pfarrei die Krankensalbung im St.-Agnes-Hospital, weil der Krankheitsverlauf es ratsam erscheinen lässt oder auch eine schwierige Operation bevorsteht. Ansprechpartner für die Krankensalbung ist der Krankenhauspfarrer Bernhard Frankemölle. Aber auch das gesamte Krankenhauspersonal übermitteln den Wunsch des Patienten oder seiner Angehörigen nach dem Empfang der Krankensalbung. Auf Wunsch sind auch die Priester von Liebfrauen bereit, die Krankensalbung im St.-Agnes-Hospital zu spenden, insbesondere dann, wenn schon eine lange Beziehung zur Pfarrei oder zu dem einzelnen Priester besteht – zum Beispiel durch die Hauskommunion oder durch regelmäßige Hausbesuche. Auch in solchen Fällen wenden Sie sich bitte ans Pfarrbüro.